Sonntag, 29. Juli 2012

Rezension Ich fürchte mich nicht - Tahereh H. Mafi (Teil 1)

Bild: Goldmann Verlag
(Link vom 08.01.13)
Juilette lebt in einer Irrenanstalt und hat seit 264 Tagen keinen Menschen gesehen. Sie hat eine fürchterliche Fähigkeit, denn jeden, den sie berührt, erleidet fürchterliche Schmerzen und stirbt letztendlich. Sie ist schon ihr ganzes Leben sehr sehr einsam, denn auch ihre Eltern hatten Angst vor ihr. Als sie plötzlich einen Zellengenossen bekommt, erschrickt sie, denn der Junge, dem sie plötzlich gegenübersitzt, kennt sie als ihren einzigen Schulfreund.

Doch Adam ist in Wahrheit Soldat und arbeitet für den Befehlshaber Warren. Dieser ist von der Idee besessen Juilettes Gabe gegen die Rebellen zu benutzen, denn die neuen Machthaber wollen die Kontrolle nicht verlieren. Juilette hat schon ewig keine Hoffnung mehr verspürt, doch als Adam beginnt ihr zu helfen und mit ihr fliehen möchte, verspürt sie zum ersten Mal seit sehr sehr langer Zeit wieder Hoffnung.

Wirklich einzigartig ist der Schreibstil. Das ganze ist aus der Ich-Perspektive geschrieben mit eher kürzeren Sätzen und zwar aus Juilettes Sicht. Immer wieder sind Sätze durchgestrichen, wenn etwas für Juilette besonders schrecklich ist oder sie etwas verdrängen möchte. Dies stört jedoch keinesfalls den Lesefluss. Im 1. Drittes des Buchs, als Juilette Warrens Grausamkeiten ertragen muss, musste ich doch manchmal schwer schlucken.

Die Liebesgeschichte zwischen Adam und Juilette beginnt sehr langsam, entwickelt sich aber zart weiter.
Über Adam erfährt man nicht allzuviel als Person, was ich etwas schade fand. Auch die Hintergründe der Machtübernahme und Veränderungen in der Umwelt werden eher angedeutet; dafür konzentriert sich alles auf Juilettes Gefühlswelt.

Fazit: Sehr mitreißende Dystopie mit zarter Liebesgeschichte, dessen Ende zwar vorerst in sich abgeschlossen ist. Zwei weitere englische Teile erscheinen 2012 und 2013. Wann die Übersetzung erscheint, ist leider nicht bekannt. 4,5/5 Punkten. 




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