Montag, 19. August 2013

Rezension - Verlieb dich nie in einen Vargas von Sarah Ockler

Cover: cbt
Erschienen: August 2013 bei cbt
Ausgabe: gedruckt
Seiten: 416
ISBN:
978-3-570-16272-9
Buch: 16,99 EUR 
Hier beim Verlag bestellen

"Verlieb dich nie in einen Vargas" hört sich nach einem lustig lockeren Roman an. Doch bekommen habe ich einen tiefgründigen Roman über den Wert der Familie, über Freundschaft und über die erste Liebe.




Jude Hernandez hat drei große Schwestern. Nachdem sich zwei von ihnen in einen Vargas verliebt haben und beide Beziehungen in die Brüche gingen, haben sie damals einen Schwur geleistet: Verlieb dich nie, unter keinen Umständen, in einen Vargas.

Doch Jude möchte das Leuchten in die Augen ihres alzheimerkranken Vaters zurückbringen und engagiert deswegen einen Mechaniker der das alte Motorrad ihres Vaters wieder in Schwung bringen soll. Und tatsächlich: Sie erwischt den süßen Emilio Vargas...



Anfangs hatte ich wie schon vorher erwähnt eher einen lockeren Jugendroman erwartet, in dem sich Jude in den "verbotenen" Emilio Vargas verliebt. Doch schon am Anfang wird klar:  Hier geht es auch sehr viel um das Thema Familie, denn Jude verbringt ihren letzten Sommer vor dem College damit, sich um ihren alzheimerkranken Vater zu kümmern. Ihre älteren Schwestern leben über das ganze Land verstreut und ihre Mutter muss sehr viel arbeiten. So verbringt Jude viel Zeit mit ihrem Vater und muss miterleben, wie der erst Anfang 50-Jährige teilweise die einfachsten Dinge vergisst.

Als sie zufällig im Schuppen das alte Motorrad ihres Vaters findet und dessen Augen wieder anfangen, zu leuchten, beschließt sie, dass dies ihr Sommerprojekt wird, das alte Motorrad zu restaurieren. Hier kommt dann Emilio ins Spiel, der sich Geld für seine Motorradreise verdienen will.

Man erlebt, wie Jude sich während des Sommers von ihren Freunden distanziert, die nicht genau wissen, wie sie das Thema "kranker Vater" umschiffen können und da Jude viel Zeit mit ihrem Vater verbringt, bleibt nicht viel für andere Leute übrig. Ich fand es sehr bewundernswert, mit wie viel Energie sich Jude um ihren Vater kümmert und gleichzeitig konnte ich ihren Kummer nachfühlen, wenn er mal wieder etwas vergisst. Dabei geht sie mit sich selbst, wie ich finde, am Härtesten ins Gericht.
Emilio und Jude fühlen sich zwar zueinander hingezogen, doch am Anfang ist es eher ein unverbindliches Flirten. Erst als Emilio ihr häufiger mit ihrem Vater hilft, merkt sie, dass er kein Frauenheld ist und fängt an, ernsthaft Gefühle für ihn zu entwickeln.
Nett fand ich den Sprung in die Vergangenheit, wo man erfährt, was wirklich zu dem Schwur gegen die Vargas-Brüder geführt hat. Jude war damals noch sehr jung, verstand aber durchaus den großen Kummer ihrer Schwester Celi. 

Das Ende war für mich hoffnungsvoll für Jude und ich finde, dass sie sich sehr weiterentwickelt hat. Die ganze Familie Hernandez ist mir ans Herz gewachsen und Judes Vater ganz besonders.



Verlieb dich nie in einen Vargas ist eine sehr warmherzige intensive Geschichte, über eine tolle Familie, die versucht, mit einer tückischen Krankheit zurechtzukommen. Dabei beweist die 17-Jährige Jude große Stärke und verliebt sich zum ersten Mal richtig. Tiefsinnig und sehr empfehlenswert!






Das könnte auch noch interessant sein:

- Mein Sommer nebenan von Huntley Fitzpatrick
- Silber: Das Erste Buch der Träume von Kerstin Gier
- Türkisgrüner Winter von Carina Bartsch

Kommentare:

  1. Kopf hoch. Nur weils mir nicht gefällt muss es dir ja nicht auch nicht gefallen. Es gibt durchaus viele positive Meinungen zu dem Buch, meine gehört ausnahmsweise mal nicht dazu. :)

    AntwortenLöschen
  2. Eine schöne Rezension :) Mich hat dieses Buch ziemlich überrascht, weil ich etwas ganz anderes erwartet hätte. Es war viel tiefsinniger als ich gedacht hatte.

    AntwortenLöschen