Dienstag, 27. Januar 2015

Rezension - Herrscher der Gezeiten von Nichola Reilly (dystopie)

Cover: Mira Verlag
Erschienen: Januar 2015 bei Mira Darkiss
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 352 Seiten
ISBN:
 
978-3-95649-399-7
Buch: 14,99 EUR
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Herrscher der Gezeiten ist der Auftakt zu einer neuen dystopischen Reihe.




Coe lebt mit rund 480 anderen Menschen auf einer kleinen Insel, die immer mehr im Meer untergeht. Der Rest der Erde ist nach ihrem Wissen komplett überflutet und sie sind die letzten Überlebenden. Sie kämpfen gegen das Meer, gegen den Hunger und gegen die grausamen Kritzler, die sie heimtückisch angreifen.
Als der König schwer erkrankt, ruft die Prinzessin Coe, die sonst nur für die niedrigsten Arbeiten zuständig ist, plötzlich zu sich ins Schloss. Und auch ihr einziger Freund Tiam, für den sie mehr empfindet, wird ins Schloss gerufen. Das sorgt für Unruhe unter den anderen Inselbewohnern. Als Coe dann noch klar wird, welches Geheimnis der König die ganze Zeit gehütet hat, geht es plötzlich um Leben und Tod.


Am Anfang bin ich etwas schwer in die Geschichte hinein gekommen. Das Leben, welches Coe und die anderen Inselbewohner führen, ist sehr einfach und primitiv. Bei jeder Flut retten sie sich auf eine baufällige Plattform, die sie vor dem Wasser und den gefährlichen Kritzlern schützen soll während der König und die Prinzessin in ihrem Schloss Unterschlupf finden.


Coe selbst wird von den anderen bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls schikaniert. Sie ist für die niedrigsten Arbeiten zuständig und wird gehänselt, weil ihr eine Hand fehlt, die sie durch einen schlimmen Kritzlerangriff schon als Kind verlor. Dennoch ist sie die Einzige, die noch Bücher lesen kann und tatsächlich zwei Bücher besitzt. Ihr Vater ist seit langem verschollen, ihre Mutter kennt sie nicht.

Ihr Herz höher schlagen lässt der tapfere Tiam, der sehr angesehen bei den anderen ist und immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Er scheint sie jedoch nur als Freundin zu sehen. Coe wird zwar oft von Tiam als klug bezeichnet, dennoch ist sie nach heutigen Maßstäben eher als naiv und kindlich zu betrachten. Sie tat mir oft Leid, wenn sie wieder von den anderen drangsaliert wird. Und sie bringt dem Leser sehr schön rüber, wie wenig Hoffnung die Inselbewohner haben. Eigentlich leben sie nur vor sich hin ohne Hoffnung oder größere Ziele.

Coes Leben ändert sich, als die Prinzessin ihr Augenmerk auf sie richtet. Plötzlich wendet sich ihr Leben zum Besseren, doch der Zugang zum "Schloss" bedeutet für Coe auch, dass sie einigen Wahrheiten und Erkenntnissen auf die Spur kommt.

Generell ist die Stimmung eher düster und man sieht hier, wie sich die Menschheit fiktiv "zurückentwickeln" könnte. Der Schreibstil ist einem Jugendbuch angemessen und lässt sich gut lesen. Das Buch endet an einer etwas gemeinen Stelle und lässt doch noch so einige Fragen offen.


Herrscher der Gezeiten ist eine recht interessante Dystopie, die die etwas naive Coe zur Heldin auserkoren hat. Die Welt, welche die Autorin präsentiert, ist eher primitiv und düster. Ich finde Potenzial ist da, welches aber nicht voll ausgereizt wurde. 





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