Donnerstag, 8. Januar 2015

Rezension - Vollkommen von Patricia Rabs (dystopie)

Cover: carlsen impress
Erschienen: November 2014 
Ausgabe: ebook
ISBN: 978-3-646-60084-1
Seiten: 382 Seiten

Buch: 3,99 EUR 
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Vollkommen ist eine Dystopie, die kein positives Bild von der Menschheit zeichnet.


Teresa lebt in der sogenannten privilegierten "Mitte" und damit im besseren Teil der Stadt. Allerdings ist auch hier das Geld sehr knapp, vor allem seit Teresa keine Blutspenderin werden durfte, ihr Blut wurde als nicht wertvoll eingestuft. Teresa hält sich mit kleinen Unterrichtsjobs über Wasser; vor allem Kinder und Jugendliche am sogenannten armen "Rand" bekommen Unterricht von ihr.
Zu ihnen gehört auch der charmante Lukas, der völlig überraschend eine Einladung zur Blutspende erhält und damit die Chance, in der Gesellschaft aufzusteigen. Ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern, doch ein Ereignis verändert plötzlich Teresas komplettes leben...

Der Leser wird relativ schnell ins Geschehen hinein gestoßen ohne jedoch die Umstände zu verstehen. Was allerdings relativ schnell klar wird: Teresas Familie ist arm, obwohl sie in der besser gestellten Mitte der Stadt lebt. Warum man jedoch in Teresas Welt mit Blutspenden genau Geld verdient und für was diese genau genutzt werden, enthüllt die Autorin nur sehr langsam.


Teresa empfand ich als schwierig. Man hat oft das Gefühl, dass man sie "führen" muss und sie keine eigene Meinung hat bzw. diese nicht richtig reflektiert. Gerade als ihr Leben komplett aus den Fugen gerät und schreckliche Wahrheiten über ihre Vergangenheit angedeutet werden, flieht sie blind und ohne darauf zu bestehen, dass ihr jemand die Wahrheit erzählt. Das empfand ich irgendwann als ziemlich störend und nervig, weil sich Teresa immer von anderen Menschen abhängig macht. Sie kam mir oft wie ein Kind statt wie eine junge Erwachsene vor, die sich mit Andeutungen abspeisen lässt. Dementsprechend war ich auch als Leser ziemlich oft verwirrt.

Lukas steht ihr jedoch gegen alle Widrigkeiten zur Seite und will sie unterstützen. Warum er sie so mag, war mir nicht klar, weil ich nicht richtig mit ihr warm wurde, aber mangelnde Loyalität kann man Lukas wirklich nicht vorwerfen. Er nimmt viele Risiken und Gefahren für sie auf sich.

Die Stimmung ist durchweg eher düster. Die Lebensumstände der meisten Bewohner sind sehr schlecht und es herrscht viel Armut. Teresa kommt irgendwann mit dem Widerstand in Kontakt, doch auch hier bestimmen Geld und Macht das Geschehen und jeder verfolgt seine eigenen Pläne. Das wurde irgendwann eher undurchsichtig und ich fand ich es einfach auch deprimierend.

Vollkommen von Patricia Rabs hat eine interessante Grundidee, aber eine sehr unselbstständige Protagonistin. Auch die Stimmung war eher deprimierend ohne großartige Hoffnungsschimmer. Konnte mich leider nicht überzeugen.




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