Sonntag, 16. Oktober 2016

Rezension - Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis

Cover: Chicken House
Erschienen: September 2016
Ausgabe: ebook
Seiten: 400 Seiten
ISBN:
978-3-551-52087-6
Buch: 13,99 EUR
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Hope ist 16 und eher schüchtern. Auf den Sommer in Montana, wo ihre Mutter sie hinschleppt, hat sie eigentlich keine große Lust. Die beiden landen mitten im Nirgendwo auf einer Ranch, wo Hope auch zum ersten Mal dem 19-Jährigen Cal begegnet.
Montana, 1867: Die 16-Jährige Emily reist mit ihrer Anstandsdame in der Kutsche mitten durch die Wildnis, um zu ihrem zukünftigen Ehemann zu gelangen, den sie zuvor noch nie getroffen hat. Als die Kutsche verunglückt, überlebt sie als einzige und wird von einem Halbindianer gerettet. Dieser führt ihr vor Augen, was Freiheit wirklich bedeutet...

Worte für die Ewigkeit vereint zwei Liebesgeschichten, die auf schicksalshafte Weise miteinander verknüpft sind. Erst einmal lernt man Hope kennen. Sie ist eher schüchtern und ihre resolute Mutter bestimmt, wie ihr Leben verläuft, da hat Hope nicht viel Mitspracherecht.
Wider Erwarten gefällt es ihr auf der einsamen Ranch ganz gut, denn Cal und sein Vater nehmen sie sehr herzlich auf und Cal berührt sie.


Parallel lernen wir Emily kennen, welche 1867 zu zu ihrem zukünftigen Ehemann mitten durch den wilden Westen reist. Die Reise ist sehr lang und beschwerlich. Man merkt recht schnell, dass Emily von Freiheit keine Ahnung hat, denn ihr Leben und sogar ihre Hochzeit ist von ihren Eltern bestimmt und Emily muss sich strengen Regeln unterwerfen. Als sie von einem Halbindianer nach einem schlimmen Unfall gerettet wird, erfährt sie zum ersten Mal, was Freiheit bedeutet.

Ich fand die Parallelität der Ereignisse sehr genial und auch Emily und Hope haben gewisse Ähnlichkeiten: Beide haben wenig Mitspracherecht in ihrer Lebensgestaltung und finden anfangs nicht den Mut, für diese Freiheit zu kämpfen. 

Dennoch sind es zwei unterschiedliche Geschichten, die mir beide gut gefallen haben und am Ende sogar noch zusammenlaufen. Interessant fand ich, dass Emily ein Tagebuch führt und hier immer im Du-Stil schreibt, also "als du mich zum ersten Mal angesehen hast etc.". Das fand ich ein interessantes Stilelement. Eben dieses Tagebuch ist es auch, welches Hope in die Hände fällt! Beide Liebesgeschichten sind sehr zart und gefühlvoll, wobei mich Emilys Geschichte in der Vergangenheit noch einen Tick mehr berührt hat.

Die Autorin greift auch immer wieder das Thema Feindschaft Weiße versus Indianer auf und wie sich diese damals bekämpft haben. Dass dieses Thema auch heute teilweise noch aktuell ist, zeigt sie in Hopes Geschichte der Gegenwart. Das Ende war sehr dramatisch, sowohl bei Emily als auch bei Hope und hat mir gut gefallen.

Zwei Liebesgeschichten in verschiedenen Jahrhunderten, zwei junge Frauen, die ihren Weg suchen und ein interessanter Erzählstil machen "Worte für die Ewigkeit" zu einem ganz besonderen Roman!


 

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